Hört zu ihr Völker in gemein, SWV 146 (Heinrich Schütz)

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1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 61 kB   
1661 Version: (MS (OS)       Score information: A4, 2 pages, 63 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-05-11).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
  • (Posted 2017-08-26)   CPDL #46079:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-08-26).   Score information: A4, 1 page, 35 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Hört zu ihr Völker in gemein, SWV 146
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First Published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 49.
   2. Published: 1957 by Walter Blankenburg in Neue Schütz-Ausgabe, Vol. 6.

Description: Psalm 49 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 49.

German.png German text

Modernized spelling:
1  Hört zu ihr Völker in gemein,
So viel auf dieser Erden sein,
Merkt auf mein Red gar eben,
Beid hoch und niedrig, arm und reich,
Seid angemahnet allzugleich,
Mit Fleiß Gehör zu geben.

2 Mein Mund von Weisheit reden soll,
Und sagen, was mein Herz ist voll,
O Gott, lass wohl gelingen,
Ein guten Spruch ich will anfahn,
Ein schön Geticht erschallen lan,
Die Harfe soll drein klingen.

3  Warum sollt ich mich fürchten sehr
Zur bösen Zeit, wenn's gottlos Heer
Mich unter sich will treten,
Sie trotzdem auf ihr großes Gut,
Reichtum macht ihnen stolz den Mut
Und kann sie doch nicht retten.

4  Niemand sein Bruder lösen kann
Vom Tod, Gott nimmt kein Sühnung an,
Die Sünd ist über Maßen,
Wer eine Seel erlösen wollt,
Ob er darböte alles Gold,
Muß er's doch bleiben lassen.

5  Der Gottlos wohl ein Zeitlang lebt,
In aller Freud und Wollust schwebt,
Zuletzt muß er doch sterben,
Sowohl der Weise als auch der Tor,
Des Reichen Gut hilft nichts darvor,
Ein ander muß es erben.

6  Das wär sein Herz, wenn dieses Lebn
Ihm wär zu Erb in Eigen gebn,
Daß er hier möchte bleiben
Bei Haus und Hof, bei Ehr und Gut
Und könnt's nach seines Fleisches Mut
Ewig auf Erd so treiben.


 

7  Sie denken's wohl, es geht nicht an,
Sie müssen wie ein Vieh davon,
Mit Torheit sie sich plagen,
Es loben's zwar ihr Kinder sehr,
Und halten's ihnen für ein Ehr,
Den Eltern nachzuschlagen.

8  Drum fahren sie zur Höllen zu,
Der Tod läßt ihnen keine Ruh,
Wie Schaf tut er sie nagen.
Die Grechten bleiben doch bestehn,
Der Gottlosn Trutz muss gar vergehn,
Höllisch Feur wird sie plagen.

9  Ich weiß, Gott wird die Seele mein
Bewahren für der Höllen Pein,
Er hat mich angenommen,
Ist gleich der Gottlos Reich ein Zeit
Und schwebt in großer Herrlichkeit,
Lass dir's nicht fremd fürkommen.

10  Sein Herrlichkeit bleibt in der Welt,
Ihm fährt nicht nach sein Gut und Geld,
Er muss dies alles lassen,
Auf Erden war sein Leben gut,
Er lobt's und hat ein fröhlichn Mut,
Fährt doch dahin sein Straßen.

11  Die Kinder fahrn den Vätern nach
Zur Höllen Pein und ewger Schmach,
Mit Finsternis umgeben,
Ein Mensch ohn Witz in Würde gsetzt
Der muss gleich wie ein Vieh zuletzt
Hinfahrn aus diesem Leben.

German.png German text

Original spelling:
1  Hört zu ihr Völcker in gemein/
So viel auff dieser Erden seyn/
Merckt auf mein Red gar eben/
Beyd hoch und niedrig, arm und reich/
Seyd angemahnet allzugleich/
Mit Fleiß Gehör zu geben.

2  Mein Mund von Weißheit reden sol/
Und sagen/ was mein Hertz ist voll/
O Gott, laß wohl gelingen/
Ein guten Spruch ich wil anfahn/
Ein schön Geticht erschallen lan/
Die Harffe sol drein klingen.

3  Warumb solt ich mich fürchten sehr
Zur bösen Zeit, wenn's gottloß Heer
Mich unter sich will treten,
Sie trotzdem auff ihr großes Gut/
Reichthum macht inen stoltz den Muth/
Und kan sie doch nicht retten.

4  Niemand sein Bruder lösen kan
Vom Tod/ Gott nimt kein Sühnung an/
Die Sünd ist über Massen.
Wer eine Seel erlösen wolt
Ob er darböte alles Gold/
Muß ers doch bleiben lassen.

5  Der Gottlos wol ein Zeitlang lebt/
In aller Frewd und Wollust schwebt/
Zuletzt muß er doch sterben/
Sowohl der Weise als auch der Thor/
Des Reichen Gut hilfft nichts darfür,
Ein ander muß es erben.

6  Das wer sein Hertz/ wenn dieses Lebn
Ihm wer zu Erb in Eigen gebn/
Daß er hier möchte bleiben
Bey Haus und Hoff/ bey Ehr und Gut/
Und künnts nach seines Fleisches Muth
Ewig auff Erd so treiben.


 

7  Sie denckens wol/ es geht nicht an/
Sie müssen wie ein Vieh darvon/
Mit Thorheit sie sich plagen/
Es lobens zwar ihr Kinder sehr/
Und haltens ihnen für ein Ehr
Den Eltern nachzuschlagen.

8  Drumb fahren sie zur Hellen zu/
Der Tod lest ihnen keine Ruh/
Wie Schaff thut er sie nagen.
Die Grechten bleiben doch bestehn,
Der Gottlosn Trutz muß gar vergehn,
Hellisch Fewr wird sie plagen.

9  Ich weis/ Gott wird die Seele mein/
Bewahren für der Hellen Pein/
Er hat mich angenommen.
Ist gleich der Gottlos Reich ein Zeit/
Und schwebt in grosser Herrlichkeit/
Las dirs nicht frembd fürkommen.

10  Sein Herrlichkeit bleibt in der Welt/
Ihm fährt nicht nach seyn Gut und Geld/
Er mus dis alles lassen/
Auff Erden war sein Leben gut/
Er lobts und hat ein fröhlichn Muth
Fehrt doch dahin sein Strassen.

11  Die Kinder fahrn den Vätern nach
Zur Hellen Pein und ewger Schmach/
Mit Finsternis umbgeben.
Ein Mensch ohn Witz in Würde gsetzt/
Der muß gleich wie ein Vieh zuletzt
Hinfahrn aus diesem Leben.

German.png German text

Verse provided by the Blankenburg edition with altered wording:
9  Ich weiß, Gott wird die Seele mein
bewahren vor der Höllen Pein,
er hat mich angenommen.
Währt auch der Gottlos Reich ein Zeit
und schwebt in großer Herrlichkeit,
laß dirs nicht fremd vorkommen.