Herr, dich lob die Seele mein, SWV 202 (Heinrich Schütz)

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1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 59 kB   
1661 Version: (MS (OS)       Score information: A4, 2 pages, 66 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-10-03).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
  • (Posted 2017-09-21)   CPDL #46422:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-09-21).   Score information: A4, 1 page, 36 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Herr, dich lob die Seele mein, SWV 202
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 104
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 104
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 104
Description: Psalm 104 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 104.

German.png German text

Mondernized spelling:
1  Herr, dich lob die Seele mein,
Schön geschmückt trittst du herein,
Lässt uns sehn die große Macht
Deiner Herrlichkeit und Pracht,
Licht und glänzend ist dein Kleid,
Wie ein Teppich groß und weit
Ist der Himmel ausgebreit.

2  Oben um die Festen her
Ist`s gewölbt mit Wasser schwer,
Auf dem schönen Wagen dein
In den Wolken fährst herein,
Wenn der Wind durchs Land herbläst,
Auf sein Fittichen du gehst
Und mit Macht dich hören lässt.

3  Dein Geschöpf, die Engelein,
Sind gemacht zu Winden rein,
Stets in deinem Dienst zu stahn,
Leuchten wie des Feuers Flamm,
Durch dein Macht gegründet hast
Des Erdboden schwere Last,
Dass er bleib ohn Unterlass.

4  Mit der Tiefen hast du, Herr,
Ringst bekleidt die Erd umher,
Über alle Berge zwar
Gehn die Wolken offenbar,
Doch wenn du mit Ungestüm
Hören lässt des Dommers Stimm,
Fahren sie plötzlich dahin.

5  Hoch die Berge gehn herfür,
In dem Tal sind schöne Flür,
Breiten sich hinein ins Land,
Jeder Ort hält seinen Stand,
Wie du´s recht und gut geschätzt,
Jedem seine Grenz gesetzt,
Also bleibet´s unverletzt.

6  In Gründen und in tiefen Tal
Quellen Brunnen überall,
Wenn denn um die Berg herum
Manch Flüsslein zusammen kommt,
Werden daraus Wasserström,
Die mit Macht gen Tal eingehn
Und sich durch die Lande drehn.

7  Hiervon trinken alle Tier,
Die im Feld man treibet für,
Auch das Wild auf grüner Heid
Löscht den Durst zu seiner Zeit,
Und die Vöglein mannigfalt,
Auf den Zweign im grünen Wald,
Singen, dass die Luft erschallt.

8  Gnädiglich feuchtest du, Herr,
Berg und Tal von oben her,
Durch den Segen deiner Hand
Fruchtbar steht das ganze Land,
Laub und Gras wächst für das Vieh,
Was gesät wird spat und früh
Zu des Menschen Nutz ohn Müh.

9  Aus der Erden gibst du Brot,
Was man darf zur Leibesnot,
Schaffst den Wein zu seiner Zeit,
Der des Menschen Herz erfreut,
Öl sein Schön bewahret ebn,
Brot dem Herzen Kraft muss gebn,
Weil wir sind in diesem Lebn.

10  Auf den Bergen Libanon
Stehn die Zedern wunderschön,
Edle Bäume groß und breit,
Also lieblich zubereit,
Voll des edlen Saftes gut,
Deine Hand sie pflanzen tut
Und hält sie in steter Hut.

11  Reihr und andre Vögelein
Nisten auf die Tannenbäum,
Zu den Felsen hoch hinan
Gemsen ihre Zuflucht han,
Die Kaninchen säuberlich
Pflegen zu verbergen sich
In die Steinklüft sicherlich.


 

12  Durch dein Hand ist zugericht
An dem Himml des Mondeslicht,
Dass es gebe offenbar
Unterschied der Zeit und Jahr,
Auch die Sonn am Firmament
Richtig ihren Lauf vollendt,
Draus man deine Macht erkennt.

13  Finsternis hast du gemacht
Und damit bedeckt die Nacht,
Da sich regen wilde Tier
Und die Löwen gehn herfür,
Brüllen nach dem Raube sehr,
Suchen Speise hin und her,
Die Gott ihnen auch beschert.

14  Wenn die Sonne will aufgehn,
Aus dem Felde sich erhebn,
Und laufen zu Loch die Tier,
Alsdenn Menschen gehn herfür,
Tun ihr Arbeit mancherlei
Im Feld frei und ohne Scheu,
Bis der Abend kommt herbei.

15  Herr, wie groß sind deine Werk
Zubereit in Kraft und Stärk!
Sind geordnet allzumal
Sehr weislich in großer Zahl,
Mit dein Gütern allezeit
Ist die Erden voll bereit
Und das Meer so groß und weit.

16  Darin wimmeln ingemein
Fisch ohne Zahl groß und klein,
Auch gehn auf dem wilden Meer
Große Schiff mit Macht daher,
Walfisch, die man drinnen findt,
Und durch dich geschaffen sind,
Treiben ihren Scherz geschwind.

17  Alls, was lebt, wartet auf dich,
Dass du ihnen mildiglich
Speise gäbst zu seiner Zeit,
Wenn du gibst, sind sie bereit,
Sammlen ein mit fröhlichm Mut,
Werden satt von deinem Gut,
Wann sich deine Hand auftut.

18  Verbirgst du dein Angesicht,
Für Schrecken sie bleiben nicht,
Staub sie werden wiederum,
Wenn du nimmst ihrn Odem hin,
Lässt du aus den Odem dein,
Muss alles geschaffen sein
Und die Erde sich verneun.

19  Ewig bleibt des Herren Ehr,
Seine Werk ihm gfallen sehr,
Wenn er schaut die Erden an
Im Zorn, bebet sie davon,
Seine Kraft man merklich spürt,
Wenn sein Blitz die Berge rührt,
Davon Rauch und Dampf auffährt.

20  Dir, Herr, zu Lob, Ehr und Dank,
Sing ich all mein Lebelang,
So lang ich hier bleiben mag,
Meinem Gott stets Lob ich sag,
Ihm gefall die Rede mein,
Von Grund meines Herzen rein
Will ich mich des Herren freun.

21  Ausgerottet werden muss,
Wer da sündigt ohne Buß
In den Tag sicher und frei,
Der Gottlose nichts mehr sei.
Sing, mein liebe Seel, mit Freud,
Lob des Herren Gütigkeit,
Preise ihn in Ewigkeit.

German.png German text

Original spelling:
1  HERR dich lob die Seele mein/
Schön geſchmückt tritſtu herein/
Läſt uns ſehn die groſſe Macht
Deiner Herrligkeit und Pracht/
Liecht und glenzend iſt dein Kleid/
Wie ein Teppicht groß und weit
Iſt der Himmel außgebreit.

2  Oben umb die Feſten her
Iſt`s gewelbt mit Waſſer ſchwer/
Auff dem ſchönen Wagen dein
In den Wolcken fehrſt herein/
Wenn der Wind durchs Land herbleſt/
Auff ſeinn Fittigen du gehſt
Und mit Macht dich hören lest.

3  Dein Geſchöpff/ die Engelein/
Sind gemacht zu Winden rein/
Stets in deinem Dienſt zu ſtahn/
Leuchten wie des Feuersflam/
Durch dein Macht gegründet haſt
Des Erdboden ſchwere Laſt/
Daß er bleib ohn Unterlaß.

4  Mit der Tieffen haſtu HErr/
Ringſt bekleidt die Erd umbher/
Über alle Berge zwar
Gehn die Wolcken offenbar/
Doch wenn du mit Ungeſtüm
Hören leßt des Dommers Stimm/
Fahren ſie plötzlich dahin.

5  Hoch die Berge gehn herfür/
In dem Thal ſind ſchöne Flür/
Breiten ſich hinein ins Land/
Jeder Ort hält ſeinen Stand/
Wie dus recht und gut geſchetzt/
Jedem ſeine Grentz geſetzt/
Alſo bleibets unverletzt.

6  In Gründen und in tieffen Thal
Quellen/ Brunnen überal
Wenn denn umb die Berg herumb
Manch Flüßlein zuſammen kümt/
Werden daraus Waſſerſtröm/
Die mit Macht gen Thal eingehn
Und ſich durch die Lande drehn.

7  Hiervon trincken alle Thier/
Die im Feld man treibet für/
Auch das Wild auff grüner Heid
Leſcht den Durſt zu ſeiner Zeit/
Und die Vöglein mannichfalt/
Auff den Zweign im grünen Wald/
Singen/ daß die Luft erſchallt.

8  Gnädiglich feuchteſtu HERR
Berg und Thal von oben her/
Durch den Segen deiner Hand
Fruchtbar ſteht das gantze Land/
Laub und Graß wächſt für das Vieh/
Was geſeet wird ſpat und früh
Zu des Menſchen Nutz ohn Müh.

9  Aus der Erden giebſtu Brot/
Was man darff zur Leibesnoth/
Schaffſt den Wein zu ſeiner Zeit/
Der des Menſchen Hertz erfreut/
Oel ſein Schön bewahret ebn/
Brot dem Hertzen Krafft muß gebn/
Weil wir ſind in dieſem Lebn.

10  Auff den Bergen Libanon
Stehn die Cedern wunder ſchon/
Edle Beume groß und breit/
Alſo lieblich zubereit/
Voll des edlen Safftes gut/
Deine Hand ſie pflantzen thut
Und hält ſie in ſteter Hut.

11  Reigr und andre Vögelein
Niſten auff die Tannenbäum/
Zu den Felſen hoch hinan
Gemſen ihre Zuflucht han/
Die Canninchen ſeuberlich
Pflegen zu verbergen ſich
In die Steinklüfft ſicherlich.


 

12  Durch dein Hand iſt zugericht
An dem Himml des Mondeslicht/
Daß es gebe offenbar
Unterſcheid der Zeit und Jahr/
Auch die Sonn am Firmament
Richtig ihren Lauff vollendt/
Draus man deine Macht erkennt.

13  Finſternis haſtu gemacht
Und damit bedeckt die Nacht/
Da sich regen wilde Thier
Und die Lewen gehn herfür/
Brüllen nach dem Raube sehr/
Suchen Speise hin und her/
Die Gott ihnen auch beschert.

14  Wenn die Sonne will auffgehn/
Aus dem Felde ſich erhebn/
Und lauffen zu Loch die Thier/
Alsdenn Menſchen gehn herfür/
Thun ihr Arbeit mancherley
Im Feld frey und ohne Schew/
Biß der Abend komt herbey.

15  HErr wie groß ſind deine Werck
Zubereit in Krafft und Sterck?
Sind geordnet allzumal
Sehr weißlich in großer Zahl/
Mit deinn Gütern allezeit
Iſt die Erden voll bereit
Und das Meer ſo groß und weit.

16  Darin wimmeln ingemein
Fiſch ohne Zahl groß und klein/
Auch gehn auff dem wilden Meer
Groſſe Schiff mit Macht daher/
Walfiſch/ die man drinnen findt/
Und durch dich geſchaffen ſind/
Treiben ihren Schertz geſchwind.

17  Alls/ was lebt/ wartet auff dich/
Daß du ihnen mildiglich
Speiſe gäbſt zu ſeiner Zeit/
Wenn du giebſt/ ſind ſie bereit/
Sammlen ein mit fröhlichm Muth/
Werden ſatt von deinem Gut/
Wann ſich deine Hand auffthut.

18  Verbirgſtu dein Angeſicht/
Für Schrecken ſie bleiben nicht/
Staub ſie werden wiederumb/
Wenn du nimbſt ihrn Odem hin/
Leſſtu aus den Odem dein/
Muß alles geſchaffen ſeyn
Und die Erde ſich vernewn.

19  Ewig bleibt des HErren Ehr/
Seine Werck ihm gfallen ſehr/
Wenn er ſchaut die Erden an
Im Zorn/ bebet ſie darvon/
Seine Krafft man mercklich ſpührt/
Wenn ſein Blitz die Berge rührt/
Davon Rauch und Dampff aufffehrt.

20  Dir/ HErr/ zu Lob/ Ehr und Danck/
Sing ich all mein Lebelang/
So lang ich hier bleiben mag/
Meinem Gott ſtets Lob ich ſag/
Ihm gefall die Rede mein/
Von Grund meines Hertzen rein
Wil ich mich des HErren frewn.

21  Ausgerottet werden muß/
Wer da ſündigt ohne Buß
In den Tag ſicher und frey/
Der Gottloſe nichts mehr ſey.
Sing/ mein liebe Seel/ mit Frewd/
Lob des HErren Gütigkeit/
Preiſe ihn in Ewigkeit.