In meinem Herzen hab ich mir, SWV 136 (Heinrich Schütz)

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  • (Posted 2019-05-01)   CPDL #54110: 
1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 74 kB   
1661 Version: (MS (OS)       Score information: A4, 2 pages, 69 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2019-05-01).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
  • (Posted 2017-08-24)   CPDL #46061:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-08-24).   Score information: A4, 1 page, 41 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP. MusicXML source file is in compressed .mxl format.
Error.gif Possible error(s) identified. Error summary: 2nd line, 5th bar (Text: "im Leib"), Tenor part: b♭ instead of b♮

General Information

Title: In meinem Herzen hab ich mir, SWV 136
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 39
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 39
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 40
Description: Psalm 39 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 39.

German.png German text

Modernized spelling:
1  In meinem Herzen hab ich mir
Gesetzet für,
Ich woll mein Zung bewahren,
Und wollte zäumen meinen Mund,
Zu aller Stund,
Dass mir kein Wort entfahre,
Welchs mir zur Sünd
Gereichen künnt,
Weil ich muss sehn
In Flore stehn
Für mir die gottlos Schare.

2  Ich bin verstummet ganz und still,
Nach Gottes Will
Wollt ich mein Herz gern lenken
Und in mich fressen all mein Leid,
Schweigen der Freud,
Doch wenn ich dran gedenke,
Mein Herz sich wendt,
Im Leib entbrennt,
Ich werd entzündt,
Mein Zung tut Sünd,
Ach Gott, wie tut michs kränken.

3  So lehr mich doch, du treuer Gott,
Dass mir der Tod
Das End einmal muss geben,
Mir ist das Ziel gesetzet schon,
Ich muss davon
Und meinen Geist aufgeben.
Mein Tag han kaum
Ein handbreit Raum,
All Herrlichkeit
Ist Eitelkeit,
Wie nichts für dir mein Leben.

4  Wie gar nichts sind all Menschenkind,
Rasend und blind,
In Sicherheit verderbet,
Sie gehn daher eim Schemen gleich,
Zu werden reich
Ein jeder sich bewerbet,
Rennt, läuft, kratzt, scharrt,
Geizt, sorgt und spart,
Hat doch kein Mut
Bei großem Gut,
Lässt's noch wohl lachende Erben.


 

5  Nun Herr, wes soll ich trösten mich?
Ich hoff auf dich,
Stell alls zu deiner Gnaden,
Mach mich von meinen Sünden quitt,
Verlass mich nit,
Sonst hab ich Spott zum Schaden.
Ich schweig und leid,
Vertrag und meid,
Und trau auf dich
Ganz sicherlich,
Durch dich wird nichts missraten.

6  Wend ab deiner Hand Straf von mir,
Sonst ich für dir
Verschmacht von deinen Plagen.,
Wenn du die Sünder suchest heim
Mit Straf und Pein,
Wird ihre Schön durchnaget,
Gleichwie die Mott
Des Kleides Tod,
Macht dein Gericht
Alles zunicht,
Gar nichts sind Menschen Tage.

7  Herr, hör mein Bitt, vernimm mein Gschrei,
Schweig nicht dabei,
Mein Tränen zähl mit Fleiße,
Du weißt, Herr, dass ich dein Pilgrim
Und Bürger bin,
Nach meiner Väter Weise,
Lass von mir ab,
Dass ich mich lab
An deinem Wort,
Eh ich muss fort
Und sein der Würmen Speise.

German.png German text

Original spelling:
1  In meinem Hertzen hab ich mir
Gesetzet für/
Ich wol mein Zung bewahren/
Und wolte zeumen meinen Mund/
Zu aller Stund/
Dass mir kein Wort entfahre,
Welchs mir zur Sünd/
Gereichen kündt,
Weil ich muß sehn
In Flore stehn
Für mir die gottlos Schare.

2  Ich bin verstummet gantz und still,
Nach Gottes Will
Wolt ich mein Hertz gern lencken/
Und in mich fressen all mein Leid/
Schweigen der Frewd/
Doch wenn ich dran gedencke/
Mein Hertz sich wendt,
Im Leib entbrennt/
Ich werd entzündt/
Mein Zung thut Sünd/
Ach Gott wie thut michs krenken.

3  So lehr mich doch, du trewer Gott/
Daß mir der Tod
Daß End einmal mus geben,
Mir ist das Ziel gesetzet schon/
Ich mus darvon
Und meinen Geist auffgeben.
Mein Tag han kaum
Ein handbreit Raum,
All Herrligkeit
Ist Eitelkeit/
Wie nichts für dir mein Leben.

4  Wie gar nichts sind all Menschenkind/
Rasend und blind/
In Sicherheit verderbet/
Sie gehn daher eim Schemen gleich/
Zu werden reich
Ein jeder sich bewerbet/
Rennt/ läufft/ kratzt/ scharrt/
Geitzt/ sorgt und spart/
Hat doch kein Muth
Bey großem Gut/
Lests noch wol lachendn Erben.


 

5  Nun HErr, wes sol ich trösten mich?
Ich hoff auff dich/
Stell alls zu deiner Gnaden/
Mach mich von meinen Sünden quitt/
Verlass mich nit/
Sonst hab ich Spott zum Schaden.
Ich schweig und leid/
Vertrag und meid/
Und trau auff dich
Gantz sicherlich/
Durch dich wird nichts mißraten.

6  Wend ab deiner Hand Straff von mir,
Sonst ich für dir
Verschmacht von deinen Plagen/
Wenn du die Sünder suchest heim
Mit Straff und Pein/
Wird ihre Schön durchnaget/
Gleichwie die Mott
Des Kleides Todt/
Macht dein Gericht
Alles zunicht/
Gar nichts sind Menschen Tage.

7  HErr, hör mein Bitt/ vernim mein Gschrey/
Schweig nicht dabey/
Mein Thränen zehl mit Fleisse,
Du weist, HErr/ daß ich dein Pilgrim/
Und Bürger bin/
Nach meiner Väter Weise.
Laß von mir ab/
Daß ich mich lab
An deinem Wort/
Eh ich muß fort/
Und seyn der Würmen Speise.

German.png German text

Verses provided by the Blankenburg edition with sometimes altered wording and pre-1996 spelling:
2  Ich bin verstummet ganz und still,
nach Gottes Will wollt ich mein Herz gern lenken
und in mich fressen all mein Leid,
schweigen der Freud, doch wenn ich dran gedenke,
mein Herz sich wend't, im Leib entbrennt,
ich werd entzünd't, mein Zung tut Sünd,
ach, Gott wie tut michs kränken.

3  So lehr mich doch, du treuer Gott,
daß mir der Tod das End einmal muß geben,
mir ist das Ziel gesetzet schon,
ich muß davon und meinen Geist aufgeben.
Mein Tag han kaum ein handbreit Raum,
all Herrlichkeit ist Eitelkeit,
wie nichts vor dir mein Leben.

 

4  Wie gar nichts sind all Menschenkind,
rasend und blind, in Sicherheit verderbet,
sie gehn daher ein'm Schemen gleich,
zu werden reich ein jeder sich bewerbet,
rennt, läuft, kratzt, scharrt, geizt, sorgt und spart,
hat doch kein Mut bei großem Gut,
läßt nach lachende Erben.

5  Nun Herr, wes sol ich trösten mich
ich hoff auf dich, Stell alls zu deiner Gnaden,
Mach mich von meinen Sünden quitt,
verlaß mich nit, sonst hab ich Spott zum Schaden.
Ich schweig und leid, vertrag und meid,
und trau auf dich ganz sicherlich,
durch dich wird nichts mißraten.

 

6  Wend ab deiner Hand Straf von mir,
sonst ich vor dir verschmacht von deinen Plagen.
Wenn du die Sünder suchest heim
mit Straf und Pein, wird ihre Schön durchnaget.
Gleichwie der Mott des Kleides Tod,
macht dein Gericht alles zunicht,
gar nichts sind Menschen Tage.