Die Advokaten, D. 37 (Franz Schubert)

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  • (Posted 2010-10-25)   CPDL #22441:  Network.png
Editor: Daniel Mahraun (submitted 2010-10-12).   Score information: Letter, 25 pages, 336 kB   Copyright: Personal
Edition notes: Includes corrections to old complete works edition based on autograph. Includes the editor's English version in addition to the German.

General Information

Title: Die Advokaten, D. 37
Composer: Franz Schubert
Lyricist: Eduard von Rustenfeldcreate page

Number of voices: 3vv   Voicing: TTB
Genre: SecularPartsong

Language: German
Instruments: Piano

First published: 1827

Description: Composed December 1812 to a text by Eduard von Rustenfeld ("Baron Engelhart"). Same text set by Anton Fischer in 1805.

External websites:

Original text and translations

German.png German text

1. Advocat:
 Mein Herr, ich komm' mich anzufragen,
 Ob denn der Herr Sempronius
 Schon die Expensen abgetragen,
 Die er an mich bezahlen muß.

2. Advocat:
 Noch hab' ich nichts von ihm bekommen,
 Doch kommt er heute selbst zu mir,
 Da soll er uns nicht mehr entkommen,
 Ich bitt', erwarten sie ihn hier.

1. Advocat:
 Die Expenses zu saldiren
 Ist der Partheien erste Pflicht.

2. Advocat:
 Sonst geht es neu an's Prozessiren
 Und das behagt den meisten nicht.

Beide Advocaten:
 O Justitia praestantissima,
 Die, wenn sie manchem bitter ist,
 Doch der Doktoren nie vergißt.

2. Advocat:
 Jetzt trinken wir ein Gläschen Wein,
 Doch still, man klopft,
 Wer ist's? herein!

Sempronius:
 Ich bin der Herr Sempronius,
 Komm gred' vom Land herein,
 Die Reise machte ich zu Fuß,
 Ich muß wohl sparsam sein,
 Denn ich hab's leider auch probirt,
 Und hab' ein Weilchen prozessirt.

Beide Advocaten:
 Mein Herr, wir suppliciren,
 Die Nota zu saldiren.

Sempronius:
 Ei, ei, Geduld, ich weiß es wohl,
 Daß ich die Zech' bezahlen soll,
 Nur eine Auskunft möcht' ich gern
 Von ihnen, meine Herrn.

Beide Advocaten:
 Sehr wohl, sehr wohl, doch dies Colloquium
 Heißt bei uns ein Consilium
 Und kommt ins Expensarium.

Sempronius:
 Der Zucker und Kaffee,
 Die Lämmer und das Reh,
 Schmalz, Butter, Mehl und Eier,
 Rosoglio und Tokayer,
 Und Was ich sonst darneben
 In's Haus hab' hergegeben,
 Das rechnet man doch auch mit ein.

Beide Advocaten:
 Nein, nein, nein
 Das ist ein Honorarium,
 G'hört nicht in's Expensarium,
 Davon spricht uns der Richter frei,
 Motiva, Motiva sind bei der Kanzlei.

Sempronius:
 Ei, ei, ei!

Beide Advocaten:
 Wir lassen keinen Groschen fahren,
 Der Himmel wolle uns bewahren,
 Denn uns're Müh' ist nicht gering,
 Fiat Justitia.

Sempronius:
 Kling, kling, kling.

Alle:
 O Justitia praestantissima,
 Kling, kling, kling.
 Welche schöne Harmonie,
 Kling, kling, kling.
 Welche schöne Harmonie,
 Allgemein bezaubert sie,
 Von ihrem Reiz bleibt Niemand frei,
 Motiva sind bei der Kanzlei,
 Kling, kling, kling.