Johannespassion (Christoph Dalitz)

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Editor: Christoph Dalitz (submitted 2014-06-24).   Score information: A4, 24 pages, 408 kB   Copyright: CC BY SA
Edition notes: For choirs that cannot sing the entire passion in German, there are also editions with only introit and conclusion, with both an international edition in Latin and localized versions for English or German speaking countries.

General Information

Title: Johannespassion
Composer: Christoph Dalitz
Text source: Joh 18 and 19 (Allioli translation, 1830)

Number of voices: 3vv   Voicing: SAB
Genre: SacredPassion

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 2014

Description: A setting of the complete passion for three part choir and soliloquents in a style reminiscent of Heinrich Schütz. As the setting is simple, yet interesting, and poses especially no problems to the solo parts, this piece can be sung by small choirs with the soliloquents taken from the choir.

As the piece does not use instruments, it is suitable as a sung passion on Good Friday.


Original text and translations

German.png German text

Das Leiden unsres Herrn Jesu Christi, wie es uns Johannes beschreibet.

Evangelist: Als Jesus dies gesagt hatte, begab er sich mit seinen Jüngern aus über den Bach Cedron,
wo ein Garten war, in welchen er mit seinen Jünger ging.
Es wusste aber auch Judas, der ihn verriet, den Ort, denn Jesus war oft mit seinen Jüngern dahin gekommen.
Da nun Judas die Wache und die Diener von den Hohenpriestern und Pharisäern zu sich genommen hatte, kam er dahin mit Laternen, Fackeln und Waffen.
Jesus aber, der alles wusste, was über ihn kommen sollte, trat hervor und fragte sie:
Jesus: Wen suchet ihr?
Ev.: Sie antworteten ihm:
– Jesum von Nazareth!
Ev.: Jesus sprach zu ihnen:
Jesus: Ich bin es.
Ev.: Es stand aber auch Judas, der ihn verriet, bei ihnen.
Als er nun zu ihnen sprach: Ich bin es, da wichen Sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie wiederum:
Jesus: Wen suchet ihr?
Ev.: Sie aber sprachen:
– Jesum von Nazareth.
Ev.: Jesus antwortete:
Jesus: Ich habe euch gesagt dass ich es bin: wenn ihr also mich suchet, so lasset diese gehen.
Ev.: Damit das Wort erfüllet würde, welches er gesprochen hatte: Keinen von ihnen habe ich verloren.
Simon Petrus aber zog das Schwert, das er hatte, schlug den Knecht des Hohenpriesters, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Der Name des Knechtes war Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus:
Jesus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch, den mir der Vater gegeben hat nicht trinken?
Ev.: Die Wache aber, der Oberhauptmann und die Diener der Jüden ergriffen Jesum. und banden ihn.
Und sie führten ihn zuerst zu Annas; denn er war der Schwiegervater des Caiphas, welcher in diesem Jahre Hoherpriester war.
Es war Caiphas derjenige, welcher den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist gut, wenn Ein Mensch für das Volk stirbt.
Simon Petrus aber und ein anderer Jünger folgten Jesu nach. Jener Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu in den Vorhof des Hohenpriesters.
Petrus aber stand draußen vor der Türe. Da ging der andere Jünger, welcher dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.
Da sprach die Magd, die Türhüterin, zu Petrus:
Magd: Bist du auch du etwa aus den Jüngern dieses Menschen?
Ev.: Er sprach:
Petrus: Ich bin es nicht.
Ev.: Es standen aber die Knechte und die Diener am Kohlenfeuer, und wärmten sich, denn es war kalt: auch Petrus stellte sich zu ihnen, und wärmte sich.
Der Hohepriester aber fragte Jesum über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm:
Jesus: Ich habe öffentlich vor der Welt geredet! Ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und ich habe nichts im Verborgenen geredet.
Was fragst du mich? Frage die diejenigen, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe: siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.
Ev.: Als er aber dieses gesagt hatte, gab einer von den Dienern, der dabei stand, Jesu einen Backenstreich und sprach:
Diener: Antwortest du so dem Hohenpriester?
Ev.: Jesus antwortete ihm:
Jesus: Habe ich Unrecht geredet, so beweise, dass es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, warum schlägst du mich?
Ev.: Und Annas schickte ihn gebunden zum Caiphas.
Simon Petrus aber stand da, und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm:
– Bist etwa auch du Einer von seinen Jüngern?
Ev.: Er leugnete es und sprach:
Petrus: Ich bin es nicht.
Ev.: Einer von den Knechten des Hohenpriesters ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sprach zu ihm:
Knecht: Hab ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen?
Ev.: Da leugnete Petrus wieder und sogleich krähte der Hahn.
Sie führten nun Jesum von Caiphas in das Gerichthaus. Es war früh morgens. Sie selbst aber gingen nicht in das Gerichthaus, damit sie nicht verunreiniget würden, sondern die Ostermahlzeit essen könnten.
Pilatus ging also zu ihnen hinaus, und sprach zu ihnen:
Pilatus: Welche Anklage habt ihr wider diesen Menschen ?
Ev.: Sie antworteten und sprachen zu ihm:
Wenn dieser kein Missetäter wäre, so würden wir ihn dir nicht überliefert haben.
Ev.: Da sprach Pilatus zu ihnen:
Pilatus: Nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetze.
Ev.: Die Juden aber sagten zu ihm:
Uns ist nicht erlaubt, jemanden zu töten.
Ev.: Damit das Wort Jesu erfüllet würde, das er gesagt, um anzudeuten, welches Todes er sterben werde.
Da ging Pilatus wieder in das Gerichthaus hinein, rief Jesum, und sprach zu ihm:
Pilatus: Bist du der König der Juden?
Ev.: Jesus antwortete:
Jesus: Sagst du dieses von dir selbst, oder haben es dir Andere von mir gesagt?
Ev.: Pilatus antwortete:
Pilatus: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überliefert: was hast du getan?
Ev.: Jesus antwortete:
Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden wohl meine Diener streiten, dass ich den Juden nicht überliefert würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier.
Ev.: Da sprach Pilatus zu ihm:
Pilatus: Also bist du ein König?
Ev.: Jesus antwortete:
Jesus: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren, und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Wer immer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.
Ev.: Pilatus sprach zu ihm:
Pilatus: Was ist Wahrheit?
Ev.: Und da er dies gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und spricht zu ihnen:
Pilatus: Ich finde keiner Schuld an ihm. Es ist aber bei euch die Gewohnheit dass ich euch am Osterfest Einen losgebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe?
Ev.: Da schrien sie wieder alle und sprachen:
Nicht diesen, sondern den Barabas.
Ev.: Barabas aber war ein Mörder.
Da ließ Pilatus Jesus nehmen und geisseln. Und die Soldaten flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, legten ihm einen Purpurmantel um, und traten zu ihm, und sprachen:
– Sei gegrüßt, du König der Juden.
Ev.: Und sie gaben ihm Backenstreiche.
Da ging Pilatus wieder zu ihnen und sprach zu ihnen:
Pilatus: Sehet, ich führe in heraus zu euch, damit ihr erkennet, dass ich keine Schuld an ihm finde.
Ev.: Jesus also ging hinaus, und trug die dörnerne Krone und den Purpurmantel. Und er sprach zu ihnen:
Pilatus: Sehet, ein Mensch!
Ev.: Als ihn aber die Hohenpriester und Diener sahen, schrien sie und sprachen:
– Kreuzige ihn!
Ev.: Pilatus sprach zu ihnen:
Pilatus: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm.
Ev.: Die Juden antworteten ihm:
– Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben denn er hat sich selbst zum Sohne Gottes gemacht.
Ev.: Als nun Pilatus diese Rede hörte, furchtete er sich noch mehr.
Und er ging wieder in das Gerichtshaus, und sprach zu Jesu:
Pilatus: Woher bist du?
Ev.: Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm:
Pilatus: Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen und Macht habe, dich loszugeben?
Ev.: Jesus antwortete:
Jesus: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre: Darum hat der, welcher mich dir überlieferte eine größere Sünde.
Ev.: Von nun an suchte Pilatus ihn losgeben.
Die Juden aber schrien und sprachen:
– Wenn du diesen loslassest, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn Jeder, der sich zum Könige macht widersetzt sich dem Kaiser.
Ev.: Als aber Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesum hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl, an dem Orte, der Lithostroton, auf Hebräisch aber Gabbatha genannt wird.
Es war aber der Rüsttag des Osterfestes, ungefähr die sechste Stunde, und er sprach zu den Juden:
Pilatus: Sehet, euer König!
Ev.: Sie aber scrhiehen:
– Hinweg! Kreuzige ihn!
Ev.: Pilatus sprach zu ihnen:
Pilatus: Euren König soll ich kreuzigen?
Ev.: Die Hohenpriester antworteten:
– Wir haben keinen König als den Kaiser.
Ev.: Da übergab er ihnen denselben, dass er gekreuziget würde.
Sie übernahmen also Jesum, und führten ihn hinaus. Und er trug sein Kreuz, und ging hinaus zu dem Orte, den man Schädelstätte nennt, auf Hebräisch aber Golgatha.
Da kreuzigten sie ihn, und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesum aber in der Mitte.
Pilatus aber hatte eine Überschrift geschrieben und auf das Kreuz gesetzt. Es war nämlich geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.
Diese Überschrift nun lasen viele von den Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt und es war geschrieben auf hebräisch, griechisch und lateinisch.
Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus:
– Schreibe nicht: der König der Juden, sondern dass er gesagt habe: Ich bin der König der Juden.
Ev.: Pilatus antwortete:
Pilatus: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.
Ev.: Nachdem nun die Soldaten Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und den Rock. Der Rock aber war ohne Naht, von oben an durchaus gewebt.
Da sprachen sie zueinander:
– Wir wollen diesen nicht zerschneiden, sondern das Los darüber werfen, wessen er sein soll.
Ev.: Damit die Schrift erfüllet würde, welche sagt: Sie teilten meine Kleider unter sich, und über mein Gewand warfen sie das Los. Und die Soldaten taten dieses.
Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Cleophas, und Maria Magdalena.
Da nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte stehen sah, sprach er zu seiner Mutter:
Jesus: Weib, siehe dein Sohn!
Ev.: Und von der selben Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, da Jesus wusste, dass alles vollbracht sei, damit die Schrift erfüllet würde, sprach er:
Jesus: Mich dürstet.
Ev.: Es stand aber ein Gefäß voll Essig da. Und sie füllten einen Schwamm mit Essig, steckten ihn auf einen Ysopstengel und brachten ihn an seinen Mund.
Da nun Jesus den Essig genommen hatte sprach er:
Jesus: Es ist vollbracht.
Ev.: Und er neigte sein Haupt, und gab den Geist auf.
Die Juden aber, damit die Körper nicht am Sabbate am Kreuze blieben, weil es der Rüsttag war, denn jener Sabbat war ein großes Fest, baten den Pilatus, dass ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen werden möchten.
Da kamen die Soldaten, und zerbrachen die Beine des Ersten und des Andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
Als sie aber zu Jesu kamen und sahen, dass er schon gestorben sei, zerbrachen sie seine Beine nicht,
sondern einer von den Soldaten öffnete seine Seite mit einem Speere, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.
Und der dies gesehen hat, legt Zeugnis davon ab, und sein Zeugnis ist wahrhaftig. Und er weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubet.
Denn dies ist geschehen, damit die Schrift erfüllet würde: Ihr sollet an ihm kein Bein zerbrechen. Und wieder eine andere Schriftstelle spricht: Sie werden sehen, wen sie durchbohrt haben.
Nach diesem aber bat Joseph von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, aber ein heimlicher aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Er kam also, und nahm den Leichnam Jesu ab.
Es kam aber auch Nikodemus, welcher vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, gegen hundert Pfund. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und wickelten ihn samt den Spezereien in leinene Tücher ein, wie es die Sitte der Juden beim Begraben ist.
Es war aber an dem Orte, wo er gekreuzigt ward, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, in welches noch niemand gelegt worden war. Dorthin legten sie Jesum wegen des Rüsttages der Juden, denn das Grab war in der Nähe.

Ehre sei Dir, O Christe, der Du littest den bittern Tod am Kreuz zu unserem Heil.
Amen.