6 vierstimmige Hymnen oder Figural-Gesänge, Op. 9 (Friedrich Silcher)

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General Information

Title: 6 vierstimmige Hymnen oder Figural-Gesänge, Op. 9
Composer: Friedrich Silcher

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredHymn

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1825

Description:
Im folgenden die Besprechung F. Silcher, 6 vierstimmige Hymnen oder Figural-Gesänge auf hohe Festtage und zur Abendmahlsfeier, aus Eutonia (), Band 2, Breslau 1829, S. 128ff:

VI vierstimmige Hymnen oder Figural-Gesänge auf hohe Festtage und zur Abendmahlsfeier, componirt von F. Silcher, Musikdirektor an der Universität Tübingen, 1s Heft. Tübingen, bei Heinr. Laupp. 16S. in 4to. Preis 9 Gr.

Inhalt:

No. 1. zur Adventsfeier, Hymnus nebst Choral;
No. 2. zum Christfest, ebenso.
No. 3. allgemeiner Hymnus;
No. 4. am Todestage des Erlöser wieder mit einem Choral;
No. 5. bei der Feier des heil. Abendmahls; und
No. 6. desgleichen, aber mit einem Choral und Schluß-Chor zu No. 5.

No. 1. ist im 4/2 Takt gesetzt, während in der sonst sehr braven Composition kaum 2 Takte sind, welche eine Spur von dieser Taktart an sich tragen. Es ist alles gewöhnlicher 4/4 Takt. Aber wozu so etwas? Weiß der Verf. Nicht, daß es dem gewöhnlichen Sänger zehnmal leichter ist, im 4/4 Takt zu singen als im 4/2, obschon der letztere im Grunde weiter nichts als eine Erweiterung des erstern ist? — Ja im Choral, obschon in der Poesie ein zweisilbiger Fuß wie der andere ist, ist diese Taktart ziemlich gut angebracht, wiewohl der zweitheilige eben so gut, wenn nicht noch richtiger wäre.

Bei No. 3, 4, 5 u. 6 hat auch die Orgel Einiges zu thun, was Ref. ganz vorzüglich gefällt. Er hält es deshalb für seine Pflicht, die Herren Schullehrer, Cantoren und Organisten etc. auf diese Hymnen ganz besonders aufmerksam zu machen, indem Hr. Musikdirektor Silcher einer der ersten mit ist, welche einen Weg betreten haben, der von jetzt an durchaus fleißiger betreten werden muß. Nämlich wir haben der erbärmlichen, nichtssagenden Kirchenmusiken noch an zu vielen Orten, die eine bessere gar nicht haben können. Weg mit diesem Gefiedel und Geschmettere! Führe man solche leichte Chöre, die Stimmen möglichst zahlreich besetzt, mit zweckmäßiger Orgelbegleitung auf, und die Gemeinde wird sich viel mehr hieran als an jenen erbauen. Kurz der Versuch des Hrn. Silcher hierin ist ganz vortrefflich zu nennen und kann andern zum Muster dienen, indem die Orgel ihrem Charakter und dem des Textes ganz gemäß angewendet ist. Der Charfreitagsgesang No. 4. ist ganz trefflich; Manche werden zwar in der Art und Weise, wie die Worte: „Es bricht sein Herz etc.“ gegeben sind, vielleicht Mahlerei finden. Aber die ganz köstliche Choralmelodie: »O Lamm Gottes unschuldig etc.“ ist doch so verunstaltet durch Abweichungen, daß man Mühe hat, sie wiederzuerkennen.

Doch diese kleinen Bemerkungen sollen eigentlich nur einiger Maßen darthun, mit welcher Theilnahme der Ref. diese Hymnen durchgegangen; er könnte auch sagen, wie lieb er sie und ihren Herrn Verfasser gewonnen habe. Ja, er wünscht nichts so sehr, als daß diese Hymnen in recht viele Hände kommen und daß recht bald neue Hefte von solchen dem ersten folgen mögen, wofern sie noch nicht gefolgt sind.

Uebrigens gehört Herr Musikdirektor Silcher zu den wackern Würtembergern, welche sich in der neuesten Zeit bleibende Verdienste um die Verbesserung des Kirchengesanges, namentlich durch Einführung eines vierstimmigen Choralgesanges, erworben haben, und es sei der Name Silcher hier genannt als ein solcher, auf dessen herauskommende Werke Schullehrer aller Länder eine besondre Aufmerksamkeit haben wollen. Es wird in der Eutonia von ihm noch oft die Rede sein.

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Original text and translations

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